Instagram im Wandel

Veröffentlicht 21. Oktober 2022

von Wiebke Schubert

Instagram erfindet sich neu

Schöne Urlaubsbilder oder Selfies vom letzten Konzert – das war einst das Aushängeschild von Instagram. Doch die Bilder von Freunden und Familie verschwinden stetig aus dem eigenen Feed. Stattdessen gibt es mehr Creator Content und Videoclips. Instagram nimmt Abstand von seinem ursprünglichen Konzept und entwickelt sich weiter. Es passt sich dem Nutzungsverhalten und der gesellschaftlichen Entwicklung an. Das gefällt nicht allen.

Zunehmende „Tiktokisierung“

Instagram versucht mit TikTok mitzuhalten und setzt verstärkt darauf, den User:innen Videos auszuspielen. Mit den Reels hat die App ein Kurzvideo-Format eingeführt, wie es auch auf TikTok zu finden ist. Zudem testete das Unternehmen einen immersiven Vollbild-Feed, der ebenfalls an die chinesische Plattform erinnert. Darüber hinaus sorgt ein Algorithmus dafür, dass Nutzer:innen verstärkt Inhalte von neuen Konten sehen, denen sie nicht folgen. Diese verdrängen wiederum die Inhalte von Freunden und anderen Konten, denen man folgt. Damit einhergehend steigt die Relevanz von Creator:innen Content und auch von Werbung.

Paid Content

Bislang ist die Nutzung der App kostenlos. Doch das soll sich zukünftig ändern: Wer ein kostenpflichtiges Abonnement abschließt, hat Zugriff auf exklusiven Content seiner Lieblings-Influencer:innen. Laut Instagram-Chef Adam Mosseri sind drei Modelle geplant, die zwischen $0,99 und $99 im Monat liegen sollen:

  1. Subscribe Story: Influencer:innen erhalten hiermit die Möglichkeit, exklusiv für Abonnenten live zu gehen. Um sich von normalen Live-Videos abzuheben, soll es mit einem lila Rahmen gekennzeichnet werden.
  2. Subscribers Live: Hier erhalten Abonnenten neben den Live-Videos auch Zugang zu weiteren exklusiven Inhalten.
  3. Subscribers Bage: Nachrichten und Kommentare von Abonnenten werden mit einem Symbol gekennzeichnet. So soll sich die Verbundenheit zu dem:der Influencer:in zeigen.

Das Abo-Modell ermöglicht Content Creator:innen, Geld zu verdienen. Geld, dass nicht von der Reichweite eines einzelnen Beitrags abhängt. Außerdem soll die Verbindung zwischen User:innen und Content Creator:innen gestärkt werden.

Doch sind User:innen bereit, Geld für „besondere“ Inhalte auf Instagram auszugeben? Das wird sich zeigen. Der Preis und der Mehrwert des Contents werden hierbei eine große Rolle spielen.

Neu ist nicht immer besser

Viele Nutzer:innen sind frustriert. Einige wehren sich konkret gegen die „Tiktokisierung“ und fordern das ursprüngliche Instagram-Konzept zurück. Instagram-Nutzerin Tati Bruening postete zum Beispiel „Make Instagram Instagram again“. Diese Message ging viral und wurde von den Stars Kylie Jenner und Kim Kardashian unterstützt. Es gibt sogar eine Petition gegen die „Tiktokisierung“.

Instagram-Chef Adam Mosseri reagierte auf die Sorgen der User:innen Ende Juli mit einem Video auf Twitter. Instagram würde seine Ursprung treu bleiben und weiterhin Fotos unterstützen. Allerdings steige die Beliebtheit von Videos in der Nutzerschaft. Viele User:innen teilen Bewegtbilder anstelle von Fotos. Somit nehme die Bedeutung von Videos auf Instagram automatisch zu. Daher entwickele das Unternehmen die Features für Videokonsum weiter.

Wohin geht die Reise?

Alles in allem ist noch unklar, ob und welche Features Instagram für die gesamte Community zukünftig ausrollt. Dennoch entwickelt sich Instagram unweigerlich weg vom sozialen Netzwerk hin zu einer Content- und Entertainment-Plattform. Hier spielen Algorithmen eine wichtige Rolle. Der soziale Aspekt bleibt auf der Strecke. Dabei drängt sich unweigerlich die Frage auf: Ist das das Ende von Social Media, wie wir es kennen?

Wie steht ihr zur „Tiktokisierung“ von Instagram? Schreibt eure Meinung hierzu gerne in die Kommentare!

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