
Veröffentlicht 22. Mai 2026
von Christian Berens
LIGA Benchmark 2026: Warum Köln die beste Bundesliga-Website hat
Bayern hat am letzten Spieltag 5:1 gegen den 1. FC Köln gewonnen. Meister. Unangefochten. Wie immer möchte man sagen. Und trotzdem zieht Köln an ihnen vorbei.
Ich sitze in Köln. Ich habe das Ergebnis dreimal nachgerechnet. Es stimmt.
Nicht auf dem Rasen – da war das Spiel längst nach der ersten Halbzeit entschieden. Sondern im Netz. Denn während Bayern die Schale in Empfang nimmt, gewinnt Köln den LIGA Benchmark 2026 – den systematischen Websitecheck aller 18 Bundesligisten.
Und das ist keine Trotzreaktion eines Kölners. Das sind Zahlen.
Ladezeiten auf dem Smartphone
Fangen wir mit der Zahl an, die mich am meisten nachdenken lässt. Nicht, weil sie spektakulär klingt. Sondern weil sie so schlicht ist.
Nur einer von 18 Bundesligisten liefert auf dem Smartphone akzeptable Ladezeiten.
Einer. Von achtzehn.
Stell dir den Alltag eines Fans vor: Bahnsteig, wenige Minuten bis zur Abfahrt, schnell noch nachsehen, wer am Wochenende aufläuft. Die Website des Vereins wird geöffnet – und lädt. Und lädt. Und lädt. Am Ende ist der Fan weg.
Das ist kein Drama. Es ist auch keine Katastrophe. Es ist eine verpasste Chance, jeden Tag, bei jedem Aufruf. Und genau das macht das Ergebnis so deutlich: Nicht alles, was digital möglich wäre, wird auch umgesetzt.
Der zwölfte Mann digital
Jeder Fußballfan kennt dieses Gefühl. Die Hymne läuft, das Stadion singt, 50.000 Menschen kennen jeden Ton. Das ist nicht bloß Stimmung. Das ist Identität.
Und auf der Website? Nur 4 von 18 Vereinen stellen ihre Hymne in abspielbarer Form bereit.
Das ist keine technische Hürde. Eine Audio-Datei einzubinden ist keine große Sache. Es ist vor allem eine Frage der Prioritäten. Und die sagt oft mehr über digitale Haltung aus als jede Kampagne.
Genau hier wird es interessant: Die starke Vereinsidee lebt von Fankultur, Geschichte und Wiedererkennbarkeit. Die besten Vereinswebsites schaffen es, das sichtbar zu machen. Sie wirken nicht wie eine digitale Broschüre, sondern wie ein digitaler Ort, an dem sich Fans wiederfinden.
Was das für Unternehmen bedeutet
Natürlich lässt sich sagen: Das ist doch nur Fußball. Aber genau darin liegt der Reiz. Denn die Muster sind dieselben wie in vielen Unternehmenswebsites, Karrierebereichen oder Investor-Relations-Auftritten. Die Pflicht ist oft erledigt. Die Kür bleibt liegen.
Dabei ist die eigene Website der digitale Raum, den ein Unternehmen am stärksten selbst kontrolliert. Plattformen kommen und gehen, Algorithmen ändern sich, aber die eigene Website bleibt. Das ist ein Vorteil, den viele Organisationen noch nicht konsequent genug nutzen.
Die Vereine, die im Benchmark vorne liegen, zeigen genau das: Sie denken nicht zuerst an interne Strukturen, sondern an die Menschen, die die Seite nutzen. Das ist kein Fußballdetail, sondern ein gutes digitales Prinzip.
Fazit zum LIGA Benchmark 2026
Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit digitaler Kommunikation. Und wenn ich aus Benchmarks eines gelernt habe, dann das: Die spannendsten Erkenntnisse entstehen nicht in der Analyse allein, sondern in dem Moment, in dem jemand auf die Ergebnisse schaut und sagt: Das können wir besser.
Auf dem Rasen dürfte Bayern weiterhin die Maßstäbe setzen. Im Netz ist es in diesem Jahr der 1. FC Köln.
Den vollständigen LIGA Benchmark 2026 findest Du unter liga-benchmark.de.
Dein Experte
Christian Berens hat mehr Unternehmenswebsites gesehen als die meisten IT-Abteilungen. Und das seit 2004. Was als vernünftige Geschäftsidee begann, ist mittlerweile eine Art Berufskrankheit: Kein Shop, kein Familienurlaub, keine Bundesliga-Saison, ohne dass Christian Berens nicht irgendwo eine Website irgendwie bewertet.
Als Geschäftsführer bei NetFed in Köln verantwortet der Dipl.-Betriebswirt (FH) die jährlichen Benchmarks zu Corporate, Media Relations, HR und Corporate Responsibility – und weil das noch nicht reichte, gibt es seit einiger Zeit auch den Liga Benchmark. Die Bundesliga hat es nicht bestellt. Sie hat es trotzdem bekommen.
Auf Fachkonferenzen und diversen Blogs teilt er, was mehr als 20 Jahre Unternehmenskommunikation so mit einem machen. Wer ihn fragt, bekommt eine ehrliche Antwort. Wer ihn nicht fragt, meistens auch.
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