Junge Pflanze wächst aus dunkler Erde vor blauem Hintergrund; darüber stehen die Begriffe „Klimaneutral“, „Nachhaltig“ und „CO₂-Neutral“.

Veröffentlicht 30. Juli 2026

von Thomas Meyer-Dietze

EmpCo: Warum Nachhaltigkeitskommunikation jetzt zur Chefsache wird

Die neue EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitskommunikation verändert gerade, wie Unternehmen über Umwelt- und Klimaleistungen sprechen dürfen. Heute reicht ein grünes Logo oder ein gut klingender Begriff auf der Website nicht mehr – und ab dem 27. September 2026 wird das für viele Unternehmen vom Kommunikationsthema zum handfesten rechtlichen Risiko. Wer also jetzt sauber arbeitet, schützt nicht nur sich selbst, sondern stärkt auch Glaubwürdigkeit und Vertrauen. 

Was EmPCo für Unternehmen bedeutet 

Die EU-Richtlinie 2024/825, besser bekannt als Empowering Consumers Directive (EmpCo), macht Schluss mit vagen Aussagen, die sich nicht belegen lassen. Begriffe wie nachhaltig, klimaneutral oder umweltfreundlich brauchen künftig eine klare, nachvollziehbare Grundlage. Das betrifft nicht nur Verpackungen oder Endkund:innen-Marken, sondern auch B2B-Kommunikation, Websites, Social Media, Recruiting, Broschüren und Vertriebsunterlagen. Überall dort, wo Umwelt- oder Klimaleistungen sichtbar kommuniziert werden, steigt somit der Prüfungsdruck. 

Warum viele B2B-Unternehmen sich noch täuschen 

Oft hören wir: Uns betrifft das nicht, wir verkaufen ja nicht direkt an Verbraucher:innen. In der Praxis stimmt das selten, weil Nachhaltigkeitsaussagen an vielen Kontaktpunkten sichtbar werden und weiterverwendet werden können. Gerade deshalb lohnt sich jetzt ein genauer Blick auf alle Inhalte, in denen Umwelt- oder Klimaleistungen erwähnt werden. Was heute auf der Website steht, im Vertrieb genutzt wird oder im Recruiting auftaucht, kann morgen zum Problem werden, wenn die Aussage nicht belastbar belegt ist.

Was sich konkret ändert 

  • Allgemeine Aussagen verlieren an Wirkung, wenn sie nicht belegt sind. Besser sind konkrete, überprüfbare Formulierungen mit Zahlen, Daten und klarer Einordnung. 
  • Auch Labels und Siegel gehören auf den Prüfstand. Entscheidend ist, ob Kriterien offengelegt sind und ob eine unabhängige Prüfung dahintersteht. 
  • Wer Klimaziele kommuniziert, braucht einen echten Fahrplan. Eine bloße Ankündigung reicht künftig nicht mehr aus. 

Warum jetzt gehandelt werden sollte

Viele schauen bei EmpCo zuerst auf mögliche Bußgelder. Verständlich, aber der eigentliche Handlungsdruck entsteht oft früher. Kritischer sind Vertrauensverlust, Imageschäden, Abmahnungen durch Wettbewerber, Wettbewerbsnachteile gegenüber Unternehmen mit sauberer Kommunikation und der Aufwand, bestehende Kommunikationsmittel später unter Zeitdruck korrigieren zu müssen.

Genau deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Inhalte, Siegel, Formulierungen und Zuständigkeiten zu prüfen. Wer früh aufräumt, spart später deutlich mehr Aufwand und kann die Umstellung kontrolliert angehen, anstatt hektisch reagieren zu müssen.

Womit Unternehmen jetzt starten sollten 

Sinnvoll ist ein strukturierter Blick auf alle vorhandenen Aussagen: Welche Formulierungen nutzen wir aktuell, was ist belegt, welche Siegel werden eingesetzt und wer stimmt Kommunikation, Nachhaltigkeit und Recht eigentlich ab? Je früher diese Fragen beantwortet werden, desto entspannter wird die Umstellung. 


Unser Ansatz 

Wir schauen uns Nachhaltigkeitskommunikation ganzheitlich an – von der Website über Broschüren bis zu Kampagnen und Social Media. Ziel ist es, Inhalte klar, verständlich und EmpCo-konform aufzubereiten und dabei Strategie, Content, Design und Technologie sinnvoll zu verbinden. Für die konkrete rechtliche Bewertung empfehlen wir ausdrücklich zusätzlich eine spezialisierte Rechtsberatung. 


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